Hintergrund zu den Umbauten

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Ende der 60er Jahre versuchte Hammond, das nach Meinung der Firma störende Tastenklicken durch verschiedene Maßnahmen zu minimieren. Dazu gehörten eine heftige Tiefpassfilterung gleich hinter den Sammelschienen, eine sehr früh einsetzende Beschneidung des Gesamt-Frequenzganges in den Ausgangs-Vorverstärkern und das Weglassen des für die tonale Ausgewogenheit der klassischen Konsolen-Modelle entscheidenden "Manual Tapering" (Anpassung der Sammelschienen-Ausgangspegel durch unterschiedlich große Entkopplungs-Widerstände). Dem sich ergebenden sehr dumpfen Klang versuchte man durch eine stetige Anhebung des Pegels aller höheren Generator-Frequenzen zu begegnen. So steigt der Ausgangspegel ohne "Tapering" von den tiefsten zu den höchsten Frequenzen um etwa 6 dB an, was durch die Tiefpassfilterung wieder ausgeglichen wird. Das Ergebnis ist ein allzu weicher, dunkler Orgelklang, der mit den legendären Modellen A-100/B-3/C-3 nur noch wenig gemein hat.

Die neueren, in Europa bis ca. 1975 gebauten Spinettmodelle mit Tonrad-Generator haben aber durchaus das Potenzial, wie eine echte Hammond zu klingen - wenn man die hier beschriebenen Modifikationen durchführt. Bereits mit dem ersten Paket werden Sie ihre Orgel nicht wiedererkennen. Die Perkussion ist dabei ein wichtiger Faktor: Wie Sie vielleicht wissen, verwendeten die klassischen Modelle nur die 2te und 3te Harmonische als Perkussion. Bei neueren Modellen, darunter leider auch Klassiker wie die große H-100, baute man stattdessen kombinierte Perkussionsregister wie "Glock", "Guitar", "Chimes" oder "Banjo" ein, die genauso seltsam klingen wie sie heißen. Für den Jazz-Organisten sind diese Register so gut wie unbrauchbar, vor allem in Verbindung mit der polyphonen Triggerung (Perkussion wird auch bei Legato-Spiel mit jeder neuen Taste ausgelöst). Ein Umbau auf einzeln schaltbare Fußlagen und die "klassische" Percussion-Triggerung bewirken auch hier Wunder.

Eine von uns modifizierte HX-100 in Klavierlack schwarz. Die Wunderlich-Kommode ist kaum wiederzuerkennen!

Obwohl bei einigen Geräten bereits nachgerüstet, sind bei weitem nicht alle Spinett-Modelle mit einem getrennt schaltbaren Vibrato für Unter- und Obermanual ausgestattet. Auch diese Modifikation trägt zu einem besseren Klangbild bei. Der Röhren-Vorverstärker ist dann sozusagen das i-Tüpfelchen und sorgt für eine angenehm warme Verzerrung. Wer es ganz perfekt haben möchte, dem kalibriere ich auch gern den Generator auf Nennpegel. Nach Abschluss dieser Arbeiten steht eine völlig andere Orgel vor Ihnen, die selbst geschulte Ohren nicht mehr von einer A-100 oder B-3/C-3 unterscheiden können.